Warum wir das Lieferkettengesetz verteidigen müssen
Das deutsche Lieferkettengesetz (LkSG) ist ein wichtiger Schritt in Richtung globaler Verantwortung: Es verpflichtet Unternehmen, entlang ihrer Lieferketten menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflichten wahrzunehmen. Zwei Jahre nach Inkrafttreten zeigt das Gesetz erste positive Wirkungen – gleichzeitig wird deutlich, dass es in der Umsetzung große Defizite gibt. Statt es jedoch zu verbessern, droht aktuell seine Abschwächung.
Die Bundesregierung erwägt, Berichtspflichten zu streichen und Sanktionen auf besonders schwere Verstöße zu begrenzen. Gleichzeitig gerät auch die europäische Lieferkettenrichtlinie (CSDDD), an der sich eine künftige Weiterentwicklung des LkSG orientieren müsste, massiv unter internationalen Druck. Besonders starke Gegenwehr kommt aus den USA: Ein Netzwerk aus Trump-nahen Thinktanks, Politikern und Lobbygruppen führt eine aggressive Kampagne gegen Klimaschutz-, ESG- und Menschenrechtsregulierung. Für sie ist das Lieferkettengesetz kein Instrument für mehr Gerechtigkeit – sondern ein Symbol „woker Überregulierung“, das sie gezielt bekämpfen.
Diese Kampagne zeigt Wirkung: Die EU hat die CSDDD bereits deutlich abgeschwächt – weniger betroffene Unternehmen, längere Umsetzungsfristen, geringere Transparenzanforderungen. Einige europäische Spitzenpolitiker fordern sogar ihre vollständige Abschaffung – offenbar in dem Bemühen, den Rückzug großer US-Konzerne oder wirtschaftliche Nachteile zu vermeiden.
Doch das wäre ein fatales Signal: Es würde bedeuten, dass wirtschaftliche Interessen über Menschenrechte und Umweltschutz gestellt werden – und dass gezielte Desinformationskampagnen Erfolge feiern dürfen. Die bisher erreichten Fortschritte würden zunichtegemacht, und die Stimme der Betroffenen in den Produktionsländern erneut zum Schweigen gebracht.
Das darf nicht passieren. Wir brauchen:
- Eine konsequente Umsetzung und Weiterentwicklung des Lieferkettengesetzes,
- effektive Beschwerdemechanismen, die auch für Arbeiter*innen zugänglich sind,
- eine mutige Bundesregierung, die sich nicht dem Druck anti-demokratischer Lobbygruppen beugt,
- eine aktive Bürgerschaft, die eben das von ihrer Regierung einfordert
- und eine klare Haltung für Menschenrechte, Umwelt und globale Verantwortung.
Der Schutz von Menschen und Umwelt darf nicht verhandelbar sein. Setzen Sie sich mit uns für den Erhalt und die Stärkung des Lieferkettengesetzes ein – bevor es zu spät ist.
Ihr Beitrag für faire Lieferketten – Jetzt handeln!
Die Vision einer Welt ohne menschengemachte Katastrophen wie der Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza ist greifbar nah, doch sie braucht unseren anhaltenden Einsatz.
Warum Ihr Engagement zählt: Noch immer leiden Menschen und die Umwelt entlang der globalen Wertschöpfungsketten europäischer Unternehmen. Fallbeispiele zeigen die traurige Realität: Kinder, die in Indien unter gefährlichen Bedingungen nach dem Mineral Mica schürfen müssen, Menschen, die unsere Kleidung für Hungerlöhne herstellen, und die Verbindung deutscher Schweinefleischproduktion mit Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen in Brasilien. Auch Landraub, Mord und Umweltverschmutzung im Zusammenhang mit Palmöl, rücksichtsloser Bergbau für Kupfer sowie Ausbeutung bei der Herstellung von Schuhen und Leder zeigen die untragbaren Zustände auf. Ein europäischer Konzern bedroht sogar mit einem Mega-Erdölprojekt Menschen und Tiere in Ostafrika.
Was bisher erreicht wurde: Dank eines fünfjährigen Kampfes eines breiten Bündnisses aus NGOs, Kirchen und Gewerkschaften, wie der Initiative Lieferkettengesetz, konnten wichtige Meilensteine erreicht werden. Diese Initiative wurde 2019 mit dem Ziel gegründet, menschengemachte Katastrophen wie Rana Plaza zu verhindern. Ihre Arbeit führte 2021 zum Beschluss des deutschen Lieferkettengesetzes und 2024 zur EU-Lieferkettenrichtlinie (CSDDD).
Warum es jetzt besonders wichtig ist: Trotz dieser Erfolge ist der Kampf noch nicht vorbei! Der politische Wind hat sich gedreht, und das deutsche Lieferkettengesetz sowie die EU-Richtlinie sind in Gefahr. Die Initiative Lieferkettengesetz kämpft weiterhin für deren Erhalt und wirksame Umsetzung. Erfreulicherweise zeigt eine aktuelle Unternehmensumfrage des JARO Instituts, dass eine Mehrheit der deutschen Unternehmen das Lieferkettengesetz positiv sieht – ein klares Zeichen, dass Verantwortung keine Last, sondern eine Chance für nachhaltiges Wirtschaften ist.
Werden Sie Teil der Bewegung! Es ist jetzt wichtiger denn je, aktiv zu werden, um den Erhalt und die wirksame Umsetzung dieser dringend benötigten Gesetze zu sichern. Unterstützen Sie Initiativen, unterschreiben Sie Petitionen und fordern Sie von Politik und Unternehmen Transparenz und Verantwortung in den Lieferketten ein. Nur gemeinsam können wir sicherstellen, dass sich die Schattenseiten des Glitzers und die untragbaren Zustände in den Lieferketten niemals wiederholen und Menschenrechte sowie Umweltschutz konsequent durchgesetzt werden.